
7. Januar 2026
Ein Blick in die ZUKUNFT der Bildung
„Klassenraum der Zukunft“ bei DELL Technologies in Halle (Saale) am 16. Juli 2025
#moderndenken – ein Slogan, der in Sachsen-Anhalt vielerorts zu hören ist. Doch was bedeutet das konkret, wenn es um Schule und Unterricht geht? Wie kann modernes Denken im Bildungsalltag aussehen – jenseits von Schlagworten und Technikbegeisterung? Antworten darauf erhielt eine Delegation aus verschiedenen Lehrkräfteverbänden des VDR beim Besuch des Intell-Dell „Klassenraums der Zukunft“ bei DELL Technologies in Halle (Saale) am 16. Juli 2025. Der Einladung der BildungsRebellen folgten unter anderem der VDR-Bundesvorsitzende Ralf Neugschwender, Michael Jung (Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes), Steve Fellgiebel (stellv. Landesvorsitzender des Sekundarschullehrerverbandes Sachsen-Anhalt), Steffen Jantzen, Andreas Gorenz, Tino Regenstein und Uwe Mütz (Verband Brandenburgischer Oberschullehrer) sowie Kerstin Mück, stellvertretende Vorsitzende der VDR Frauen. Gemeinsam wollten sie vor Ort erleben, wie innovative Lernräume und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) den Unterricht verändern können.
Praxisnah und zukunftsorientiert
Durch den Tag führten die BildungsRebellen Alexander Schmieden, Geschäftsführer der BildungsRebellen, und Carlo Maßmann, Wirtschaftspädagoge, Berater und ehemaliger Berufsschullehrer. Die beiden sind bekannt für ihre Leidenschaft, Schule praxisnah weiterzudenken – stets mit Blick auf den pädagogischen Mehrwert, nicht auf Effekte. „Wir wollen zeigen, wie digitale Werkzeuge Lehrkräften im Alltag wirklich helfen können“, so das Credo der beiden. Nach einer kurzen Begrüßung startete der Tag mit einem spannenden Rundgang mit Steffen Peter, Ausbildungsleiter bei DELL in Halle, durch die Räumlichkeiten des Standorts. Dabei erhielten die Gäste Einblicke in verschiedene Abteilungen und erfuhren, wie eng moderne Bildung, technologische Innovation und Wirtschaft inzwischen miteinander verflochten sind. Es folgte ein Impulsvortrag zum gemeinsamen Projekt von Intel und Dell: dem „Klassenraum der Zukunft“. Im Zentrum stand die Intel SFI-Initiative (Skills for Innovation), die Schulen dabei unterstützt, digitale Lernräume sinnvoll zu gestalten. Besonders eindrücklich: die praktischen Anwendungsbeispiele. So konnten die Teilnehmenden etwa mit dem „Job Futuromat“ erforschen, welche Berufe künftig automatisiert werden könnten – ein anschaulicher Einstieg in das Thema Arbeitswelt 4.0.
Lernen durch Erleben
Was den Tag besonders machte, war der hohe Praxisanteil. Im „Hands-on“-Format der BildungsRebellen konnten die Teilnehmenden selbst aktiv werden. Mit dem Programmierbaukasten „Scottie Go!“ und dem Droh-nen-Tool „DroneBlocks“ wurde spielerisch programmiert undgeflogen, bevor es an eine kreative KI-Challenge ging. Mithilfe der „Teachable Machine“ von Google lernten die Lehrkräfte, wie einfach sich künstliche Intelligenz in den Unterricht integrieren lässt – etwa durch das Trainieren eigener kleiner Modelle zur Bilderkennung.
Diese Übungen verdeutlichten eindrucksvoll, wie technologische Innovation und pädagogische Konzepte Hand in Hand gehen können, wenn sie praxisnah umgesetzt werden. Der „Klassenraum der
Zukunft“ ist dabei weniger ein Ort als vielmehr eine Haltung: Offenheit, Neugier und die Bereitschaft, Unterricht immer wieder neu zu denken.
Unterstützung aus der Praxis für die Praxis
Ein weiterer Höhepunkt war der Austausch mit Julia Nickel und M. Karoline Schröder vom LISA (Landesinstitut für Schulqualität undLehrerbildung Sachsen-Anhalt). Sie stellten die LISA-Digitalassistenz vor – ein Programm, das Schulen und Lehrkräfte im digitalen Wandel konkret unterstützt. Ob bei Fragen zur IT-Ausstattung, zur Medienbildung oder zu Fortbildungsangeboten: Hier wird praxisorientierte Hilfe geboten, die direkt in den Schulalltag wirkt.
Bildung braucht Mut – und Vernetzung
Neben all den fachlichen Impulsen stand auch der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Die Begegnung von Personen unterschiedlicher Landesverbände machte deutlich, wie wichtig der Blick über den eigenen Tellerrand ist. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg stehen zwar vor ähnlichen Herausforderungen, gehen aber oft unterschiedliche Wege. Gerade darin liegt eine Chance: voneinander zu lernen, Synergien zu schaffen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln. Am Ende des Tages stand die Erkenntnis: Die Schule von morgen entsteht nicht durch Technik allein, sondern durch Menschen, die bereit sind, Bildung aktiv zu gestalten. Sie braucht Mut, Vision –und Vernetzung.
Der Besuch in Halle zeigte eindrucksvoll, dass #moderndenken mehr ist als ein Slogan. Es bedeutet, Lernräume neu zu denken, Lehrkräfte zu stärken und Schülerinnen und Schüler auf eine Zukunft vorzubereiten, in der Lernen lebenslang und technologiegestützt, aber immer menschlich bleibt.
Fazit
Der „Klassenraum der Zukunft“ ist kein Zukunftstraum mehr – er ist Realität, wenn wir bereit sind, neue Wege zu gehen. Für Lehrkräfte in allen Bundesländern bietet das Beispiel aus Sachsen-Anhalt wertvolle Impulse: Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern Werkzeug für bessere Bildung.

