Käthe Kollwitz – die Künstlerin, nach der unsere Schule benannt ist Käthe Kollwitz gehört zu den bekanntesten Künstlerinnen Deutschlands. Sie hat gezeichnet, radiert, lithografiert und später auch Plastiken aus Bronze und Stein geschaffen. Berühmt wurde sie nicht mit schönen Motiven, sondern mit dem Gegenteil: Sie zeigte Menschen in Armut, in Wut und in Trauer. Herkunft und Ausbildung Käthe Schmidt wurde am 8. Juli 1867 in Königsberg geboren, dem heutigen Kaliningrad in Russland. Ihre Familie war politisch links und religiös frei denkend, ihr Vater erkannte ihr zeichnerisches Talent früh und ließ sie ausbilden. Das war damals nicht selbstverständlich. Frauen wurden an staatlichen Kunstakademien nicht zugelassen. Käthe Kollwitz konnte deshalb nur an privaten Künstlerinnenschulen in Berlin und München lernen. Dieses Studienverbot für Frauen fiel in Preußen erst 1919, da war sie bereits 51 Jahre alt. Berlin, der Prenzlauer Berg und die Weber 1891 heiratete sie den Arzt Karl Kollwitz und zog mit ihm in den Berliner Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg. Ihr Mann führte dort eine Kassenpraxis und behandelte vor allem arme Familien. Käthe Kollwitz erlebte deren Alltag aus nächster Nähe: Enge, Krankheit, Kindersterblichkeit, Arbeitslosigkeit. Genau diese Menschen wurden zu ihrem Thema. Ihr Durchbruch war die Bilderfolge „Ein Weberaufstand“ (1893 bis 1897) über einen Aufstand schlesischer Weber. 1898 sollte sie dafür die kleine Goldmedaille einer Berliner Ausstellung erhalten. Kaiser Wilhelm II. verhinderte das persönlich. Ihm war die Kunst zu sozialkritisch. Zwei Jahre später bekam sie die Medaille doch. Der Krieg und die Wende Ihr jüngerer Sohn Peter meldete sich 1914 als Kriegsfreiwilliger. Er war 18 Jahre alt und brauchte die Zustimmung der Eltern. Käthe Kollwitz stimmte zu, auch weil sie damals von der Kriegsbegeisterung erfasst war. Im Oktober 1914 fiel Peter in Flandern, nach wenigen Wochen an der Front. Dieser Tod hat ihr Leben und ihre Kunst umgestellt. Sie fühlte sich mitschuldig und arbeitete achtzehn Jahre lang an einem Denkmal für ihn. Das Ergebnis, die Skulpturengruppe „Die trauernden Eltern“, steht seit 1932 auf einem deutschen Soldatenfriedhof in Belgien. Es zeigt keine Helden, sondern zwei knieende, gebrochene Menschen: sie selbst und ihren Mann. Von da an war sie erklärte Kriegsgegnerin. Ihr Plakat mit dem Schriftzug „Nie wieder Krieg!“ von 1924 ist bis heute ein politisches Symbol. Anerkennung, Verbot, letzte Jahre 1919 wurde Käthe Kollwitz als erste Frau überhaupt in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen und erhielt den Professorentitel. 1933, direkt nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, wurde sie zum Austritt gezwungen. Sie durfte nicht mehr ausstellen, blieb aber in Deutschland und arbeitete weiter. 1940 starb ihr Mann. 1942 fiel ihr Enkel Peter im Zweiten Weltkrieg in Russland. 1943 verließ sie das bombardierte Berlin, kurz darauf wurde ihre Wohnung samt vieler Arbeiten zerstört. Käthe Kollwitz starb am 22. April 1945 in Moritzburg bei Dresden, sechzehn Tage vor Kriegsende. Warum ihr Name über unserer Schule steht Ihre Skulptur „Mutter mit totem Sohn“ steht seit 1993 vergrößert in der Neuen Wache in Berlin, der zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik. Wer sie sich ansieht, versteht schnell, worum es Käthe Kollwitz ging: um die Menschen, die in der Geschichte üblicherweise nicht abgebildet werden. Sie hat hingesehen, wo andere weggesehen haben, und sie hat sich politisch eingemischt, als es gefährlich wurde. Dafür steht auch unsere Schule.

